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Bayerische Volksfesttraditionen

Bayer auf dem Weg zum Oktoberfest

Der echte Bayer

Woran denken Sie, wenn Sie sich den typischen Bayer vorstellen? Kann man einfach so Bayer werden, wenn man eine bloße Liste von Eigenschaften und Voraussetzungen abarbeitet? – Ganz so einfach ist das leider nicht, denn den perfekten Bayer gibt es leider nicht.

Der echte Bayer

Sei es nun der Franke, der mit dem Niederbayer über seinen Dialekt streitet oder der „Zuagroaste“ (=Zugereiste), der schon seit Jahrzehnten in Bayern lebt. Der Oberbayer gilt wohl als bekanntester Vertreter des größten Bundesland Deutschlands, aber ist er auch wirklich die Verkörperung eines echten Bayers? Oder sind die Niederbayern, die wahren Oberbayern?

Wir alle sind uns natürlich im Klaren, zu einem echten Bayer gehört neben dem typischen bayerischen Dialekt Lederhose bzw. Dirndl, Weißwurst, Bier und natürlich das Münchner Oktoberfest. Aber natürlich wird aus einem „Zuagroastn“ kein echter Bayer, nur weil er in Tracht am Oktoberfest Bier trinkt und Weißwurst isst – selbstverständlich gehört dazu noch viel mehr.

Wir stillen eure Neugier, im Folgenden erfahrt ihr, was alles dazugehört und was es mit den bayerischen Traditionen auf sich hat.

Wir Bayern sind sehr heimatverbundene und gleichzeitig weltoffene Menschen, wir sind sehr stolz auf unser Bayern und sind sehr in der Region verwurzelt, aber auch gastfreundlich und gesellige Zeitgenossen. Anstatt im Sommer im Freibad zu faulenzen, verbringen wir unsere Zeit gerne auf Volksfesten oder an einem lauen Sommerabend mit einem kühlen Getränk im Biergarten. All das und noch viele andere Attribute stellen einen wahren Bayer dar.

Über unseren Humor lässt sich vermutlich streiten – die einen sagen Geschenk Gottes, die anderen, Prüfung, sowie Eintrittskarte in die Gemeinschaft der Bayern, wenn man ihren Humor erstmal verstanden hat und weiß damit umzugehen.  Zugegebenermaßen brauchen „Zuagroaste“ eine ganz schön dicke Haut, wenn sie an so einem bayerischen Stammtisch hocken. Insbesondere, wenn sie zum ersten Mal dort hocken. Es wird laut, mit „gscherten“ (=(leicht) gemein, oft zynisch) Sprüchen, die oftmals auf die Kosten der „Neulinge“ gemacht werden und natürlich Schnupftabak – das legale Koks der Bayern. Man wird augenblicklich geprüft, ob man’s versteht und ob man’s aushält. Also den Humor.

Aber um auf obige Frage zurückzukommen – den echten Bayer gibt es einfach nicht. Diese Generation ist geprägt von Alteingesessenen, „Zuagroastn“, Menschen mit ausländischen Wurzeln und die Grenzen verschwimmen immer mehr. Er ist ein heimeliger Kosmopolit sozusagen, ein gemütlicher Weltbürger, der eine wohlige Atmosphäre verbreitet, offen für Neues ist und gerne über seinen eigenen Tellerrand blickt. Und genau das macht den echten Bayer aus –  Veränderung und gleichzeitig Traditionen, wie beispielsweise die Tracht, zu bewahren.

So begann der Hype um die Tracht

Eine echte bayerische LederhoseDie traditionelle Lederhose aus Hirsch- oder Gamsleder würde wohl ohne König Ludwig II. gar nicht existieren. Im Jahre 1883 protestierte der erste Trachtenverein unter dem Lehrer Joseph Vogl gegen den Verfall der bayerischen Traditionen und ließen sich Lederhosen und Dirndl anfertigen und erschienen in ihrem neuen Outfit nicht nur in der Freizeit, sondern auch in der Arbeit und sogar in der Kirche.

In der Bevölkerung war sie einst verpönt, König Ludwig sah das allerdings anders und so blieb uns diese fesche Tradition, besonders an Volksfesten, bis heute erhalten.

 

Was sind typische bayerische Volksfesttraditionen?

Zu den größten Volksfesten Bayerns gehören das Münchner Oktoberfest, das Nürnberger Volksfest und das Straubinger Gäubodenfest, aber natürlich veranstaltet fast jedes kleine Dörfchen in Bayern einmal jährlich sein eigenes Volksfest. 2017 verzeichnete das Gäubodenfest in Straubing fast 1,4 Millionen Besucher, das Nürnberger Volksfest knapp 1,8 Millionen Besucher, getoppt vom Oktoberfest mit sage und schreibe 6,2 Millionen Gästen und 7,5 Millionen Litern ausgeschenktem Bier. Die Dorf-Volksfeste können zwar nicht im geringsten mit den Besucherzahlen der Großen mithalten, aber es fehlt ihnen ebenso wenig an Gemütlichkeit, Geselligkeit und guter Laune und sind zweifelsohne auch einen Besuch wert.

WeißwurstDas Ganze beginnt meist mit einem Volksfestaufzug mit festlich geschmückten Wägen und regionalen Trachtenvereinen (am Oktoberfest, Trachtenvereine aus der ganzen Welt) und im Anschluss daran dem Anzapfen des ersten Bierfasses durch den örtlichen Bürgermeister. Bekannt durch das Oktoberfest und dem jährlichen Höhepunkt, dem Wiesn-Anstich – das Anzapfen im Schottenhammelzelt und dem traditionellen Ruf „O’zapft is! Auf eine friedliche Wiesn“ (= „Es ist angezapft! Auf ein friedliches Oktoberfest“). Die berühmten Bavaria Böllerschüsse geben den Festwirten das Zeichen, dass nun auch in allen anderen Zelten Bier ausgeschenkt werden darf, wobei die erste Maß, gemäß der Tradition, der Bayerische Ministerpräsident bekommt.
Volksfeste sind hierzulande Gelegenheiten des Zusammenkommens, der Gemütlichkeit und natürlich des Bieres. Traditionell wird das Bier aus 1 Liter Krügen (bayr.: „Mass“) getrunken und bayerische Schmankerl wie ein herzhafter Obatzda mit einer Käseplatte und einer Brezel, der bei keiner Brotzeit fehlen darf oder die typische Weißwurst mit süßem Senf. Natürlich kommen auch Vegetarier bei ihrem Volksfestbesuch mit Käsespätzle und als Nachspeise Zwetschgendatschi mit Sahne, Apfelstrudel mit Vanilleeis oder Kaiserschmarrn essenstechnisch voll auf ihre Kosten.

Doch woher stammt eigentlich das Oktoberfest? – Wissen zum Prahlen

Das erste Oktoberfest fand im Jahr 1810, mit dem ersten Pferderennen und damit der Vorläufer zum Oktoberfest auf der Theresienwiese statt, damals noch am Stadtrand. Die weiteren Jahre wurde das jährliche Fest vom „Landwirtschaftlichen Verein Bayern“ weitergeführt, wobei es 1813 aufgrund der napoleonischen Kriege fast ausfallen musste und die darauffolgenden Jahre privat finanziert wurde.

1819 jedoch, nahmen die Münchner Stadtväter sie Sache selbst in die Hand: Das Oktoberfest soll jedes Jahr ohne Ausnahme gefeiert werden. Die folgenden Jahre wurde diese Tradition weitergeführt, wobei es einige Male gab an denen das Oktoberfest, aufgrund von Epidemien und ähnlichem, ausfallen musste.

Erst im späten 19. Jhd. entwickelte sich das Oktoberfest zu dem, wie wir es heute kennen, mit tausenden bunten Lichtern, hunderten von Fahrgeschäften und Schaustellern.

„Ois Guade Oide Wiesn“ (=alles Gute Alte Wiesn)

Das Oktoberfest feiert 2018 seinen 185. Geburtstag und die „Oide Wiesn“ (=altes Oktoberfest) wurde zum festen Bestandteil des Oktoberfestes und auch 2018 sind wir froh über die bewahrte Tradition und freuen uns, ein paar nette Stunden bei Schunkellaune mit „Mords-Gaudi“ (=Spaß, Vergnügen (Steigerung: Mordsgaudi)) und mit leckeren bayerischen Schmankerln und Bier zu verbringen.

 

Tipp: Haben Sie sich jemals gefragt, warum das Oktoberfest im September gefeiert wird? Lesen Sie diesen Artikel, um ein Oktoberfest-Experte zu werden!

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